Die meisten Streitigkeiten, die wir führen, haben eine gemeinsame Ursache: einen Vertrag, den es entweder nicht gibt oder der nicht vorsieht, was tatsächlich eingetreten ist. Fast immer hätte es gereicht, ihm am Anfang etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
¶ Warum Verträge unterschätzt werden
Ich kenne das gut. Zwei Menschen schlagen ein, verstehen sich und sehen eine Chance vor sich. Der Vertrag ist in diesem Moment eine Formalität, die es eben geben muss, damit man von einer Vereinbarung sprechen kann. Sie laden eine Vorlage herunter, ändern ein paar Zahlen und unterschreiben.
Dann ändert sich etwas. Der eine will aussteigen, der andere hatte es sich anders vorgestellt, eine Lieferung verspätet sich, eine Zahlung bleibt aus oder ein Gesellschafter handelt auf eigene Faust. Und es zeigt sich, dass der Vertrag, auf dem die ganze Beziehung ruht, nichts darüber sagt, was zu tun ist, wenn es nicht nach Plan läuft.
Bei IUSTORIA haben wir mit solchen Fällen mehrmals im Monat zu tun.
¶ Was ein guter Vertrag anders macht
Ein guter Vertrag rechnet damit, dass etwas schiefgeht, und muss dafür nicht länger sein. Er regelt, wie sich Gesellschafter trennen, wer das Verzögerungsrisiko trägt, was nach dem Ende der Zusammenarbeit mit dem geistigen Eigentum geschieht, wie die Abfindung berechnet wird und wer den Streit wo entscheidet. Zu beschreiben, was passiert, wenn alles gut läuft, schafft jeder.
Er regelt also Szenarien, die noch nicht eingetreten sind, und deshalb brauchen Sie ihn vorher, nicht erst, wenn das Problem da ist.
¶ Interessen verstehen ist genauso wichtig wie Paragraphen kennen
Anwälte übersehen oft, dass ein Vertrag eine geschäftliche Vereinbarung zweier Parteien festhält, von denen jede andere Prioritäten, andere Bedenken und eine andere Schmerzgrenze hat.
Wenn ich einen Vertrag entwerfe, reicht es mir nicht zu wissen, was darin stehen soll. Ich muss verstehen, warum der Mandant das Geschäft eingeht, was für ihn inakzeptabel ist, wo er nachgeben würde und was ihn nachts wach halten würde, wenn das Geschäft scheitert.
Ohne dieses Wissen kann ich ein technisch einwandfreies Dokument erstellen, das an dem vorbeigeht, worauf es dem Mandanten wirklich ankommt. Verstehe ich seine Interessen, kann ich Lösungen entwerfen, die ihn schützen und die Gegenseite trotzdem nicht von der Unterschrift abhalten.
¶ Die Mathematik der Prävention
Eine gute Vertragsdokumentation für eine Geschäftstransaktion, etwa ein Gesellschaftervertrag, ein Anteilsübertragungsvertrag und die begleitenden gesellschaftsrechtlichen Unterlagen, kostet typischerweise Zehntausende tschechische Kronen (einige hundert bis einige tausend Euro). Bei einem komplexeren Geschäft kann es mehr sein, in der Größenordnung bleiben wir aber bei Zehntausenden.
Ein Handelsstreit, der vor Gericht landet, dauert zwei bis drei Jahre, und die anwaltliche Vertretung kostet Hunderttausende. Hinzu kommt die Zeit für Verhandlungen, die Vorbereitung von Unterlagen, Sachverständigengutachten und Berufungen. Und das Risiko, dass Sie verlieren und auch die Kosten der Gegenseite tragen.
Das ergibt ein Verhältnis von eins zu zehn, manchmal eins zu zwanzig.
Dabei hätten in vielen Fällen drei zusätzliche Stunden am Tag der Unterzeichnung gereicht, damit der Vertrag die Szenarien regelt, die sich in dem Moment niemand vorstellen wollte.
¶ Wann eine Vorlage aus dem Internet reicht
Nicht jeder Vertrag braucht einen Anwalt. Wenn Sie sich für fünfzigtausend Kronen einen Zaun bauen lassen, reicht wahrscheinlich eine Vorlage.
Bei einem gemeinsamen Unternehmen, dem Einstieg eines Investors, einer grenzüberschreitenden Transaktion, einer Technologielizenz oder einer langfristigen Zusammenarbeit mit einem Schlüsselkunden reicht eine Vorlage dagegen nicht. Sie muss nicht schlecht geschrieben sein. Sie berücksichtigt nur Ihre konkrete Situation, Ihre Risiken und Ihr Gegenüber nicht.
Je wichtiger die Beziehung, desto wichtiger der Vertrag, und mit Misstrauen hat das nichts zu tun. Wenn es kompliziert wird, und das wird es, sind Sie froh über klare Regeln, auf die Sie sich geeinigt haben, als Sie sich noch verstanden.
¶ Was daraus folgt
Ein Vertrag wirkt wie eine Versicherung. Er zahlt sich in dem Moment aus, in dem Sie ihn am meisten brauchen, und genau dann können Sie ihn nicht mehr abschließen.
Wer zu uns kommt, bevor das Problem entsteht, geht meist mit einem Vertrag, der ihn schützt. Wer danach kommt, geht mit einer Rechnung für einen Rechtsstreit. Was Sie in einem solchen Streit Ihrem eigenen Anwalt zahlen und was Ihnen das Gericht zuspricht, lesen Sie in Anwaltskosten im Gerichtsverfahren. Zu typischen Vertragsklauseln siehe Fünf Vertragsklauseln, die niemand liest.
Sie sind unsicher, ob für Ihre Transaktion eine Vorlage reicht – oder längst nicht mehr? In der Risikopräventionspraxis beurteilen wir schnell, wo eine Vorlage genügt und wo sich ein maßgeschneiderter Vertrag auszahlt. Nehmen Sie Kontakt auf.
¶ Häufige Fragen
Was kostet ein maßgeschneiderter Vertrag im Vergleich zu einem Rechtsstreit?
Eine gute Vertragsdokumentation für eine Geschäftstransaktion kostet typischerweise Zehntausende tschechische Kronen. Ein Handelsstreit vor Gericht dauert zwei bis drei Jahre, die anwaltliche Vertretung kostet Hunderttausende, und bei einer Niederlage drohen Ihnen auch die Kosten der Gegenseite.
Brauche ich für jeden Vertrag einen Anwalt?
Nein. Bei einem einfachen Auftrag über rund fünfzigtausend, zum Beispiel dem Bau eines Zauns, reicht wahrscheinlich eine Vorlage. Bei einem gemeinsamen Unternehmen, dem Einstieg eines Investors, einer grenzüberschreitenden Transaktion oder einer Technologielizenz berücksichtigt eine Vorlage Ihre konkrete Situation nicht.
Warum ein ausführlicher Vertrag, wenn wir unserem Geschäftspartner vertrauen?
Weil Sie, wenn es kompliziert wird, klare Regeln haben, auf die Sie sich geeinigt haben, als Sie sich noch verstanden. Je wichtiger die Beziehung, desto wichtiger der Vertrag.
Was sollte ein guter Geschäftsvertrag regeln?
Vor allem, was passiert, wenn es nicht gut läuft: wie sich Gesellschafter trennen, wer das Verzögerungsrisiko trägt, was mit dem geistigen Eigentum nach dem Ende der Zusammenarbeit geschieht, wie die Abfindung berechnet wird und wer den Streit wo entscheidet.