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Due Diligence: Worauf wir achten, wenn Sie ein Unternehmen kaufen

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Sie kaufen zum ersten Mal ein Unternehmen, und jemand hat Ihnen gesagt, Sie bräuchten eine „Due Diligence“. Dass es um eine Prüfung geht, ahnen Sie wahrscheinlich. Was genau wir prüfen, warum und was daraus für Ihre Entscheidung folgt, erfahren die meisten Käufer aber erst unterwegs.

Die Due Diligence entscheidet darüber, ob Sie tatsächlich das kaufen, was Sie zu kaufen glauben. In unserer Praxis konzentrieren wir uns auf vier zentrale Bereiche.

1. Rechtliche Prüfung: Verträge, Rechtsstreitigkeiten, geistiges Eigentum, Immobilien

Der erste und umfangreichste Bereich. Wir gehen die wesentlichen Verträge der Zielgesellschaft durch: Liefer-, Kunden-, Miet- und Lizenzverträge. Wir suchen nach Bestimmungen, die nach einem Eigentümerwechsel zum Problem werden können.

Ein typisches Beispiel aus der Praxis: Wir begleiteten den Kauf eines Unternehmens, dessen Hauptkunde eine Change-of-Control-Klausel im Vertrag hatte. Hätte sich die Eigentümerstruktur des Lieferanten geändert, hätte der Kunde den Vertrag sofort kündigen können. Und dieser Vertrag machte 40 % des Umsatzes der Zielgesellschaft aus. Ohne Due Diligence hätte der Käufer von dem Risiko erst nach Abschluss der Transaktion erfahren.

Wir prüfen außerdem laufende und drohende Rechtsstreitigkeiten, die Registrierung und Inhaberschaft von Marken, Patenten und sonstigem geistigen Eigentum, den Zustand von Immobilien und Dienstbarkeiten. Am aufschlussreichsten ist dabei oft, was in den Unterlagen fehlt.

2. Gesellschaftsrechtliche Prüfung: Wem gehört eigentlich was

Das klingt einfach, doch in der Praxis tauchen gerade hier die größten Überraschungen auf. Wir prüfen die Eigentümerstruktur: wer die Anteile hält, wie er sie erworben hat und ob sie mit Pfand- oder Vorkaufsrechten belastet sind.

Ein Beispiel: Bei einer Transaktion stellten wir fest, dass der Gründer vor zehn Jahren einen 30%-Anteil an seine Ehefrau verschenkt hatte. Die Schenkung war jedoch nicht in der vorgeschriebenen Form vollzogen worden, und der Handelsregistereintrag entsprach nicht der Wirklichkeit. Die Eigentümerstruktur, die der Verkäufer präsentierte, war daher rechtlich nicht wirksam.

Zur gesellschaftsrechtlichen Prüfung gehört auch die Analyse von Gesellschafterbeschlüssen, Geschäftsführerverträgen, Zustimmungen und Vollmachten. Wir suchen nach Lücken in den Entscheidungsabläufen, mit denen sich die Wirksamkeit früherer Transaktionen oder Verpflichtungen der Gesellschaft angreifen ließe.

3. Regulatorische Prüfung: Lizenzen, Genehmigungen, Einhaltung von Vorschriften

Manche Branchen brauchen besondere Lizenzen oder Genehmigungen, etwa das Gesundheitswesen, die Energiewirtschaft, Finanzdienstleistungen, die Abfallwirtschaft oder die Lebensmittelproduktion. Wir prüfen, ob die Zielgesellschaft alle erforderlichen Berechtigungen hat, ob sie gültig und ob sie übertragbar sind.

Ein Beispiel: Der Käufer interessierte sich für ein Unternehmen, das ein Netz von Ambulanzen betrieb. Die Due Diligence ergab, dass das gesamte Netz an einem einzigen fachlichen Vertreter (odborný zástupce) hing, der kurz vor dem Ruhestand stand. Die Genehmigung zur Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen erlischt mit seinem Ausscheiden zwar nicht, die Gesellschaft muss aber binnen zehn Tagen einen neuen fachlichen Vertreter bestellen, der die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, und eine Änderung der Genehmigung beantragen (§ 14 Abs. 5 des tschechischen Gesetzes über Gesundheitsdienste). Ob sich rechtzeitig ein Nachfolger finden würde, war ungewiss, und das veränderte die Transaktionsstruktur und den Kaufpreis grundlegend.

Die regulatorische Prüfung umfasst auch die Einhaltung des Datenschutzrechts (DSGVO), des Umweltrechts und des Kartellrechts sowie einen Abgleich mit Sanktionslisten.

4. Arbeitsrechtliche Prüfung: Mitarbeiter, Verträge, Verbindlichkeiten

Mitarbeiter sind oft das wertvollste Gut des gekauften Unternehmens und zugleich eine Quelle verborgener Verbindlichkeiten. Wir prüfen Arbeitsverträge, Vergütungsbedingungen, Zusatzleistungen, Kollektivverträge, laufende arbeitsrechtliche Streitigkeiten und mögliche Ansprüche.

Ein Beispiel: Bei einer Akquisition stellten wir fest, dass acht Führungskräfte der Zielgesellschaft Wettbewerbsverbote hatten, die nicht ordnungsgemäß vereinbart waren, weil die angemessene Gegenleistung fehlte. Hätten diese Personen nach der Übernahme gekündigt, wären die Wettbewerbsverbote nicht durchsetzbar gewesen, und die Schlüsselkräfte hätten sofort zur Konkurrenz wechseln können.

Besonderes Augenmerk legen wir auch auf informelle Absprachen, also mündliche Zusagen über Boni, Beförderungen oder Gewinnbeteiligungen, die in keinem Dokument stehen, mit denen die Mitarbeiter aber rechnen.

Wann Sie keine Due Diligence brauchen

Eine Due Diligence ist nicht immer im vollen Umfang nötig. Kaufen Sie ein kleineres Unternehmen mit einfachem Geschäft, einem einzigen Eigentümer und übersichtlicher Geschichte, kann eine schlanke rechtliche Prüfung der wesentlichen Risiken genügen.

Mehr als der Transaktionswert in Kronen zählt die Komplexität der Zielgesellschaft. Ein Unternehmen mit 50 Millionen CZK (rund 2 Millionen EUR) Umsatz, einem Hauptkunden, drei Mitarbeitern und einem einfachen Geschäftsmodell ist weniger riskant als eines mit 10 Millionen CZK Umsatz, einer komplexen Eigentümerstruktur, zwanzig Mitarbeitern und Tätigkeit in einer regulierten Branche.

Due Diligence als Investition

Käufer sehen die Due Diligence oft als Kostenfaktor. Rechtsberater kosten Geld, die Prüfung dauert Wochen, und der Abschluss der Transaktion verschiebt sich. Das stimmt alles.

Bedenken Sie aber die Alternative. Ohne Due Diligence kaufen Sie das Unternehmen so, wie es von außen aussieht. Entdecken Sie ein verborgenes Problem erst nach der Transaktion, haben Sie keine Verhandlungsposition mehr: Der Anteil ist bezahlt, der Vertrag unterschrieben.

Die Due Diligence dient nicht nur dazu, Probleme zu finden. Sie liefert Ihnen die Grundlage für die Entscheidung, ob sie nun lautet zu kaufen, zu einem anderen Preis zu kaufen, mit anderen Garantien zu kaufen oder gar nicht zu kaufen.

Bei etwa einem Drittel der Transaktionen, die wir begleiten, führt die Due Diligence zu einem niedrigeren Kaufpreis. In rund zehn Prozent der Fälle nimmt der Käufer von der Transaktion Abstand. In beiden Fällen machen sich die Kosten der Prüfung um ein Vielfaches bezahlt.

Ein Unternehmen ohne Due Diligence zu kaufen ist, als kaufte man ein Haus ohne Besichtigung. Es kann gut gehen. Wenn nicht, kostet Sie die eingesparte Prüfung ungleich mehr, als Sie an ihr gespart haben.

Wenn Sie eine Akquisition erwägen und nicht wissen, wie umfangreich die Prüfung sein muss, gehen wir Ihre Situation gerne mit Ihnen durch und schlagen ein Vorgehen vor, das zur Transaktion passt. Eine konkrete Erfahrung aus einer grenzüberschreitenden Akquisition habe ich in Grenzüberschreitende Akquisition: Erfahrungen aus der Medizinrobotik beschrieben. Bevor Sie sich an eine Akquisition machen, prüfen Sie auch, ob Ihr Gesellschaftsvertrag und Ihre grundlegenden Vertragsklauseln in Ordnung sind.

Erwägen Sie eine Akquisition und wissen nicht, wie tief Ihre Prüfung gehen muss? In unserer Transaktionspraxis legen wir den Umfang der Due Diligence nach den Risiken der konkreten Zielgesellschaft fest. Nehmen Sie Kontakt auf.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Due Diligence, wenn ich ein kleines Unternehmen kaufe?

Nicht immer im vollen Umfang. Bei einem kleineren Unternehmen mit einfachem Geschäftsmodell, einem einzigen Eigentümer und übersichtlicher Geschichte kann eine schlanke rechtliche Prüfung der wesentlichen Risiken ausreichen; entscheidend ist die Komplexität der Zielgesellschaft, nicht der Transaktionswert.

Was wird bei der gesellschaftsrechtlichen Prüfung untersucht?

Wer die Anteile hält, wie sie erworben wurden und ob sie mit Pfand- oder Vorkaufsrechten belastet sind. Dazu kommen Gesellschafterbeschlüsse, Geschäftsführerverträge, Zustimmungen und Vollmachten, denn Lücken darin können frühere Transaktionen in Frage stellen.

Worauf muss ich bei den Mitarbeitern des Zielunternehmens achten?

Vor allem auf verborgene Verbindlichkeiten und fehlerhaft vereinbarte Wettbewerbsverbote. In einem Fall hatten acht Führungskräfte Wettbewerbsverbote ohne die erforderliche Gegenleistung, die daher nicht durchsetzbar gewesen wären; ein weiteres Risiko sind mündliche Zusagen über Boni, Beförderungen oder Gewinnbeteiligungen.

Was ist, wenn ich ein verborgenes Problem erst nach dem Kauf entdecke?

Dann ist Ihre Verhandlungsposition gleich null, weil Sie bereits gezahlt haben und der Vertrag unterschrieben ist. Deshalb findet die Due Diligence vor dem Abschluss statt, solange Sie noch zu einem anderen Preis, mit anderen Garantien oder gar nicht kaufen können.

Was umfasst die regulatorische Prüfung?

Sie klärt, ob die Zielgesellschaft alle erforderlichen Berechtigungen hat und ob diese gültig und übertragbar sind. Dazu gehören auch Datenschutz nach der DSGVO, Umweltrecht, Kartellrecht und Sanktionslisten.

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