# Unterhalt nach der Novelle 2026: Wie viel, wie lange und was tun, wenn nicht gezahlt wird
> Wie der Kindesunterhalt nach der tschechischen Reform 2026 berechnet wird, was bei Zahlungsverweigerung zu tun ist und wann eine Herabsetzung beantragt werden kann.
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- Language: de
- Content type: article
- Published: 2026-02-27
- Modified: 2026-02-27
- Author: Mgr. Bára Bartoňková
- Topics: Familienrecht, Unterhalt, Gesetzgebung
## Content
Ich weiß, dass Unterhalt ein Thema ist, das starke Emotionen auslöst. Auf der einen Seite der Elternteil, der das Kind betreut und finanzielle Sicherheit braucht. Auf der anderen der Elternteil, der zahlt und wissen möchte, ob es gerecht ist. Und in der Mitte ein Kind, das sich nichts davon ausgesucht hat. Gehen wir es ruhig an — Schritt für Schritt, ohne zusätzlichen Stress. Den breiteren Kontext der Novelle finden Sie in [Was sich im Familienrecht seit Januar 2026 geändert hat](/de/blog/was-sich-im-familienrecht-seit-januar-2026-geaendert-hat/); wie die Gerichte heute nicht nachvollziehbare Unterhaltsentscheidungen behandeln, zeigt Abschnitt 9 von [Sorgerechtsstreit — was Eltern wissen müssen](/de/blog/sorgerechtsstreit-was-eltern-wissen-muessen/).

## Wie der Unterhalt berechnet wird

Das tschechische Recht kennt keine feste Tabelle und keinen Rechner für den Kindesunterhalt. Das überrascht viele, denn in zahlreichen anderen Ländern gibt es solche Tabellen. In Tschechien beurteilt das Gericht jeden Fall individuell anhand von drei Hauptkriterien:

**Einkommens- und Vermögensverhältnisse des unterhaltspflichtigen Elternteils.** Nicht nur das aktuelle Einkommen, sondern auch das sogenannte Einkommenspotenzial — also wie viel der Elternteil verdienen könnte, wenn er sich darum bemühte. Das Gericht kann daher auch berücksichtigen, wenn ein Elternteil sein Einkommen absichtlich reduziert, um weniger zu zahlen.

**Der berechtigte Bedarf des Kindes.** Dieser richtet sich nach Alter, Gesundheitszustand, Ausbildung, Freizeitaktivitäten des Kindes und dem allgemeinen Lebensstandard, den es während der Ehe gewohnt war.

**Der Lebensstandard des Elternteils.** Das Gesetz besagt, dass ein Kind das Recht hat, am Lebensstandard seiner Eltern teilzuhaben. Lebt ein Elternteil überdurchschnittlich gut, sollte der Unterhalt das widerspiegeln.

In der Praxis bewegen sich die Beträge in einer weiten Spanne — von einigen tausend Kronen monatlich bei durchschnittlichen Einkommen bis zu Zehntausenden bei gut verdienenden Eltern. Es gibt keinen einheitlich „richtigen" Betrag, der für alle gilt.

## Was die Novelle 2026 geändert hat

Die Reform hat mehrere wichtige Änderungen gebracht, die es zu beachten gilt:

**Genauere Einkommensermittlung.** Die Gerichte verfügen nun über erweiterte Instrumente, um die tatsächlichen Vermögensverhältnisse des unterhaltspflichtigen Elternteils festzustellen. Das ist besonders wichtig bei Selbstständigen, deren Einkommen oft weniger transparent ist als bei Angestellten.

**Erhöhter gesetzlicher Verzugszins.** Wenn ein Elternteil den Unterhalt nicht rechtzeitig zahlt, fallen nun höhere Verzugszinsen an als bisher. Dies soll als Anreiz für pünktliche und regelmäßige Zahlung dienen.

**Abtretung von Forderungen.** Ein neues Instrument, das Eltern, die vergeblich auf Unterhaltszahlungen warten, erheblich helfen kann. Es ist nun möglich, den Unterhaltsanspruch abzutreten — also das Recht auf Durchsetzung an einen Dritten zu übertragen, typischerweise ein spezialisiertes Unternehmen. Das Unternehmen treibt den Unterhalt ein, und der berechtigte Elternteil erhält das Geld, ohne selbst ein Vollstreckungsverfahren durchlaufen zu müssen.

**Eingeschränkte strafrechtliche Verantwortlichkeit.** Der Straftatbestand der Verletzung der Unterhaltspflicht wurde durch die Reform präzisiert. Ziel ist es, vorsätzliche Nichtzahlung von Fällen zu unterscheiden, in denen der Elternteil objektiv nicht zahlen kann — etwa wegen Arbeitsplatzverlust oder Krankheit.

## Wenn der andere Elternteil nicht zahlt

Das ist leider eine sehr häufige Situation. Was können Sie tun?

**Vollstreckung (Exekution).** Wenn Sie ein rechtskräftiges Urteil oder eine genehmigte Unterhaltsvereinbarung haben, können Sie einen Vollstreckungsantrag stellen. Der Vollstreckungsbeamte kann Lohnpfändungen vornehmen, Bankkonten beschlagnahmen und Vermögen des Schuldners verwerten. Es ist ein wirksames Mittel, erfordert aber Zeit und Geduld.

**Strafanzeige.** Wenn ein Elternteil den Unterhalt länger als vier Monate nicht zahlt, kann dies eine Straftat darstellen. Nach der Reform muss allerdings nachgewiesen werden, dass die Nichtzahlung vorsätzlich war — dass der Elternteil zahlen könnte, aber nicht will. Eine Strafanzeige ist keine Rache — sie ist das letzte Mittel, wenn alles andere versagt hat. Wenn Sie diesen Schritt erwägen oder umgekehrt jemand eine Anzeige gegen Sie erstattet hat, lesen Sie [Strafanzeige — was passiert, wenn jemand eine gegen Sie erstattet](/de/blog/strafanzeige-was-passiert-wenn-jemand-eine-gegen-sie-erstattet/).

**Abtretung von Forderungen.** Die neue Möglichkeit, die ich oben beschrieben habe. Sie kann eine praktische Lösung für Eltern sein, denen die Kraft oder die Mittel fehlen, den Unterhalt selbst durchzusetzen. Es ist wichtig, die Bedingungen sorgfältig zu prüfen — das Unternehmen, das die Forderung erwirbt, berechnet selbstverständlich eine Gebühr.

**Ersatzunterhalt vom Staat.** In bestimmten Fällen kann Ersatzunterhalt beantragt werden, den der Staat zahlt. Der Betrag ist begrenzt und die Voraussetzungen recht streng, aber für Eltern in schwierigen Verhältnissen kann es ein wichtiges Sicherheitsnetz sein.

## Wenn Sie zahlen, sich die Umstände aber geändert haben

Das Leben ändert sich. Arbeitsplatzverlust, Krankheit, neue familiäre Verhältnisse — all das kann Ihre Zahlungsfähigkeit beeinflussen. Und das Gesetz berücksichtigt das.

**Antrag auf Herabsetzung.** Wenn sich Ihre finanziellen Verhältnisse wesentlich verschlechtert haben, können Sie beim Gericht einen Antrag auf Herabsetzung des Unterhalts stellen. Wichtig ist, dass die Veränderung erheblich und objektiv ist — nicht absichtlich herbeigeführt.

**Wann es sinnvoll ist.** Wenn Sie Ihren Arbeitsplatz verloren haben und aktiv einen neuen suchen. Wenn Sie schwer erkrankt sind. Wenn ein weiteres Kind geboren wurde und sich Ihre Unterhaltspflichten erweitert haben. Das alles sind berechtigte Gründe.

**Wann es keinen Sinn hat.** Wenn Sie freiwillig eine gut bezahlte Stelle aufgegeben haben. Wenn Sie Vermögen auf jemand anderen übertragen haben, um der Zahlung zu entgehen. Gerichte erkennen diese Situationen und werden keine Herabsetzung gewähren.

**Wichtig:** Solange das Gericht nicht über die Herabsetzung entschieden hat, gilt der ursprüngliche Betrag. Sie können nicht einseitig beschließen, weniger zu zahlen. Rückstände summieren sich und können zur Vollstreckung führen.

## Unterhalt ist kein Kampf

Ich verstehe, dass Unterhalt oft eine Quelle der Spannung zwischen Eltern ist. Aber es ist wichtig, sich daran zu erinnern, für wen er bestimmt ist — für das Kind. Er ist kein Instrument der Bestrafung, der Vergeltung oder der Manipulation. Er ist ein finanzieller Beitrag zu den Bedürfnissen eines Menschen, der für sich selbst nicht sorgen kann.

Wenn Sie sich beim Unterhalt nicht einigen können, helfen zwei Schritte: eine Beratung durch einen Anwalt, der Ihnen sagt, was in Ihrer Situation realistisch ist, und gegebenenfalls eine Mediation, bei der Sie eine Lösung suchen können, die für beide Seiten funktioniert — und vor allem für das Kind.

Wenn Sie nicht weiterwissen, sprechen Sie mit einem Anwalt. Nicht weil es ein „Krieg" wäre, sondern weil jeder verdient, zu wissen, woran er ist.

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